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Säure-Rebound nach PPI-Dauertherapie

PPI-Dauertherapie

Wird eine längere Einnahme von Wirkstoffen beendet, die effektiv die Freisetzung von Säure in das Mageninnere verhindern (Protonenpumpeninhibitoren/PPI, z. B. Omeprazol), kann es im Magen zu einer verstärkten Säurebildung kommen [1]. Wie bedeutsam dieses sogenannte Rebound-Phänomen wirklich ist, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Übersichtsstudien zur Klärung dieser Frage kommen bis heute zu keinen eindeutigen Aussagen [2].

Studie  Im Rahmen der italienischen Studie wurden 65 Patienten mit chronischer Refluxkrankheit, die auf eine mindestens achtwöchige Hochdosis-Behandlung mit Protonen-Pumpen-Inhibitoren (PPI) nicht ansprachen, untersucht. Neben der üblichen medizinischen Untersuchung füllten die Patienten Reflux-Beschwerdefragebögen aus und wurden endoskopiert (Spiegelung von Speiseröhre und Magen). Zudem wurde eine Druckmessung in der Speiseröhre („Ösophagus-Manometrie“) sowie eine kombinierte Bestimmung des Säure- und Gallensäuregehaltes in der Speiseröhre durchgeführt.

Die Bildung und Freisetzung der Magensäure sowie ihre jeweilige Konzentration im Magen und die körpereigene Abpufferung im Verdauungstrakt unterliegt komplexen Regelkreisen, die auch durch Medikamente gestört werden können. Von einigen säureneutralisierenden Wirkstoffen ist seit Jahrzehnten bekannt, dass sie rasch zu einer überschießenden Säurebildung führen, die den gewünschten Therapieeffekt der Säureneutralisierung ad absurdum führt. Besonders gilt dies für Natriumhydrogencarbonat (z. B. Bullrich-Salz) oder Calciumcarbonat. Auch jüngere Reflux-Medikamente, vor allem Hemmstoffe der Magensäurebildung (H2-Blocker) sowie Hemmstoffe der Magensäurefreisetzung (Protonenpumpeninhibitoren/PPI), sollen nach längerer Anwendung zu einem Rebound führen, wie einzelne Untersuchergruppen berichtet haben. Also zu einer Säurefreisetzung, die stärker ist als zu Beginn der Therapie.

Bei der Analyse aussagekräftiger und verlässlicher Studien zu der Frage, wie bedeutsam ein Säure-Rebound nach Ende einer längeren PPI-Therapie tatsächlich ist, kommen holländische Wissenschaftler jedoch zu dem Schluss: Auch wenn einige Studiengruppen ein Rebound-Effekt nach mehr als achtwöchiger PPI-Therapie gefunden haben, reichen weder die Qualität der analysierten Studien noch die Anzahl der untersuchten Patienten für eine tragfähige Schlussfolgerung aus. Besonders bleiben die Fragen offen, ob das Phänomen regelmäßig auftritt, welche klinische Bedeutung es hat oder welche tatsächlich nachweisbaren Ursachen es dafür gibt. Bei Patienten, die nach Ende einer längeren Antisäuretherapie sehr rasch wieder Refluxbeschwerden entwickeln, sollte trotzdem ein Rebound-Effekt als mögliche Ursache in Erwägung gezogen werden.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Das Rebound-Phänomen ist vor allem ein Marketing-Phänomen vergangener Jahrzehnte, das sich ins 21. Jahrhundert überlebt hat. Seine Attraktivität kann nachvollziehen, wer den bis heute ungebrochenen Glauben an das „Zivilisationsproblem Übersäuerung“ und seine Therapie durch passende „basische Arzneimittel“ kennt. In der brennenden Wirklichkeit von Reflux-Patienten hilft die Rebound-Theorie ohnehin nicht weiter. Gut ist immerhin, dass die vorgelegte Analysen zeigt, dass Sodbrennen-Patienten zumeist kein Rebound-Problem zu befürchten haben.



Autor
Quellen
  1. Fossmark R, Johnsen G, Johanessen E, Waldum HL: Rebound acid hypersecretion after long-term inhibition of gastric acid secretion. Aliment Pharmacol Ther. 2005 Jan 15;21(2):149-54 (Medline, Volltext).
  2. Hunfeld NG, Geus WP, Kuipers EJ: Systematic review: Rebound acid hypersecretion after therapy with proton pump inhibitors. Aliment Pharmacol Ther. 2007 Jan 1;25(1):39-46 (Medline, Volltext).
  3. Bildquelle: © iwd - sxc.hu

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