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Öko-Test „Magenmittel“ verbraucherrelevant?

Pillen

Sodbrennen und andere durch Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre bedingte Beschwerden („Refluxkrankheit“) sind die weltweit wohl häufigste chronische Störung der Gesundheit. Eine Unzahl von frei verkäuflichen Medikamenten in den Apotheken reizt die Macher von Test-Magazinen wie „Öko-Test-Verlag“ oder „Stiftung Warentest“ zu immer wieder neuen Testberichten. Gewiss - mit solchen Berichten kann man Umsatz machen. Dennoch sollten sie schon eine gewisse Praxisbedeutung für Betroffene haben! In einem aktuellen Bericht von Öko-Test finden sich die immer gleichen Fehler solcher Pharmatest erneut wieder - wahrlich keine Freude für Sodbrennen-Patienten [1].

In der Zeitschrift „Öko-Test“ wurden im Januar 2011 26 rezeptfreie Magenmittel vorgestellt. Alle Präparate enthalten entweder den Wirkstoff Omeprazol oder den Wirkstoff Pantoprazol. Es wurden also lediglich Produkte getestet, die sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) enthalten (z. B. Omeloxan®). PPIs sind Wirkstoffe, die die Freisetzung von Säure aus Magenschleimhautzellen in den Magen hinein hocheffektiv verhindern. Alle getesteten Präparate erhielten aufgrund dieses, aus wissenschaftlicher Sicht ziemlich idiotensicheren Wirkprinzipes und der dafür notwendigen korrekten Dosierung hinsichtlich des Prüfkriteriums „Wirksamkeit“ das Prädikat „sehr gut“. Bei den übrigen Prüfkriterien, zum Beispiel die Verwendung umstrittener Farbstoffe oder von Weichmachern betreffend, schafften es nur neun von 26 Produkten auf die Bestenliste. Die vollständigen Testergebnisse sind in der Öko-Test Ausgabe 1/2011 zu finden.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
„Tests“, oder besser „Bewertungen“ der vorgestellten Art sind kritisch zu bewerten. Beispiele:

  • Der Öko-Test-Berater, Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Uni Frankfurt, ist zwar Pharmazeut und Chemiker, aber kein Arzt. Seine Bewertungen zur pharmakologischen Wirkung von PPIs mögen wissenschaftlich richtig sein, hinsichtlich der therapeutischen Wirksamkeit verlässt sich Schubert-Zsilavecz aber auch nur auf vor Jahren und Jahrzehnten publizierte Daten. Eine Überprüfung der medizinischen Wirksamkeit durch Öko-Test oder den Pharmakologen fand niemals statt. Hierzu wäre im übrigen eine aufwendige klinische Prüfung notwendig. Der Test betrifft demzufolge nicht die Frage, ob PPIs wirken oder nicht, oder wann sie besonders gut oder schlecht helfen. Arzneimittel-Testberichte der vorgestellten Art sind also hinsichtlich der Wirksamkeits-Überprüfung sinnlos. Übrigens ist die Aussage der „sehr guten Wirksamkeit“ der Prüfpräparate „geguttenbergt“, also aus irgendwelchen Lehrbüchern oder Review-Artikeln abgeschrieben ohne weiter die Quellen anzugeben. Daß es zu dieser Frage auch kritische Einschätzungen gibt, wird nicht erwähnt.
  • Viel schlimmer aber ist, dass das breite Spektrum der freiverkäuflichen, also rezeptfreien Medikamente zur Behandlung von Sodbrennen und vergleichbaren Beschwerden nahezu unterschlagen wird, obwohl der Zeitschriften-Titel sich mit „Magenmittel“ zu beschäftigen verspricht. Vergessen werden vor allem Wirkstoffgruppen wie Antazida (zum Beispiel Maaloxan®), H2-Blocker (Ranitidin) oder Phytotherapeutika (Iberogast®).
  • Die im Bericht von Öko-Test berichtete Anwendungsbeschränkungen von rezeptfreien PPIs (zum Beispiel keine Anwendungsdauer über 14 Tage) erwachsen übrigens nicht der kritischen Auffassung von Schubert-Zsilavecz oder der Öko-Test-Redaktion, sondern stehen auf dem Beipackzettel aller rezeptfreien PPI-Präparate.
  • Medizinisch merkwürdig ist es, wenn Menschen mit Sodbrennen und Schmerzen hinter dem Brustbein eingeredet wird, die gleichen Probleme könnten auch durch eine Herzerkrankung bedingt sein. Nur, weil das englische Wort für Sodbrennen „heartburn“ heißt. Dies ist jedoch nichts anderes als eine Übersetzung des griechischen Begriff „καρδιαλγία“ - eine allgemeine Beschreibung von Schmerzen im Herzbereich zu Zeiten des antiken Griechenlandes. Liebes Öko-Test-Magazin, liebe Apotheker, die Begrenztheiten der alten griechischen Medizin sind heute vielfach überwunden - Ihr braucht Sodbrennen-Patienten deshalb keine unnötige Angst zu machen!
  • Auch wenn dies keine inhaltliche Kritik an dem vorgestellten Bericht ist: Warum hat der Online-Auftritt von Öko-Test eigentlich so viele, völlig inhaltsgleiche Internetadressen (zum Beispiel oekotest.de, ökotest.de, oeko-test.de, öko-test.de, carechannel.de, mehrwert-verlag.de, oekotest.com)? Wird hierdurch die Richtigkeit der Testberichte erhöht?
Autor
Literatur
  1. Steinert J: Test Magenmittel - Sau(b)er! Öko-Test. 2011;1:38-43 (online).

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