Neuer Selbsttest zum Nachweis des Magenkeims Helicobacter pylori
Heli-C-Check |
Der Magenkeim Helicobacter pylori („H. pylori“, „H.p.“) spielt zwar für die gastroösophageale Refluxkrankheit keine ursächliche Rolle [1]. Doch bei einer Reihe von Magenproblemen, die ebenfalls mit Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder Oberbauchbeschwerden einhergehen, kann der Keim von Bedeutung sein [2]. Mit dem Selbsttest Heli-C-Check (NanoRepro AG, Marburg an der Lahn, erhältlich in der Apotheke) kann jetzt zuhause geprüft werden, ob in Magen oder Dünndarm eventuell eine H.p.-Infektion für Magenschleimhautentzündung („Gastritis“), Magengeschwür („Ulcus ventriculi“) oder Dünndarmgeschwür („Ulcus duodeni“) verantwortlich ist. Der neue Schnelltest weist den Helicobacter pylori in einer Blutprobe nach (ein Tropfen reicht), indem er Antikörper des Keims im Blut bestimmt. Sind diese in erhöhter Konzentration im Blut vorhanden, liegt sehr wahrscheinlich eine aktive Infektion mit dem Erreger vor. Der medizinische Schnelltest ermöglicht es innerhalb von zehn Minuten bei einer Zuverlässigkeit von über 97 Prozent eine Helicobacter-pylori-Infektion nachzuweisen.
Ko-Existenz von Helicobacter pylori und Mensch
Infektionen des Menschen mit Helicobacter gibt es seit mindestens 58.000 Jahren. Der genetische Stammbaum von H. pylori verläuft mit dem des Menschen parallel, mit Verzweigungen in europäische und asiatische Familien mit einem Ursprung in Afrika. Die großen Migrationsbewegungen der Menschheitsgeschichte wurden von Helicobacter pylori begleitet. Somit haben sich im Laufe der Zeit Unterschiede in den Helicobacter-Stämmen der jeweiligen Kontinente gebildet, die therapeutisch relevant sein könnten. Ob Helicobacter lediglich ein Parasit ist, oder ob Menschen in gewissen Aspekten von ihm profitieren können, ist ungeklärt. Jedoch mindestens die letzte Etappe der Evolution des Menschen hat sich in Anwesenheit von Helicobacter abgespielt, so dass diese Frage weitere Untersuchungen verdient. Vor allem durch zunehmende Hygiene nimmt die Häufigkeit („Prävalenz“ von H. pylori deutlich ab. Während weltweit die Mehrheit der Bevölkerung mit H. pylori infiziert ist, liegt die Prävalenz der Infektionsrate Erwachsener in Mitteleuropa bei 20–30%. Bei Kindern ist sie am geringsten (ca. 5%), bei Immigranten liegt sie zwischen 36–86% [3].
Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Ob Sodbrennen-Patienten den einfach durchzuführenden Test benutzen sollten, muss individuell entschieden werden. Besonders männliche Patienten, die unter Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder Schmerzen hinter dem Brustbein leiden, und die deshalb wegen „diffuser Krebsangst“ nicht in die Arztpraxis gehen, sollten sich doch eher überwinden und sich um eine medizinische Diagnose beim Arzt kümmern. In anderen Fällen sollte der positive Nachweis von Helicobacter pylori in einem Heimtest auch zum Arztbesuch führen, denn es sind weitere Untersuchungen notwendig, um die korrekte Ursache der Beschwerden zu diagnostizieren und eine angemessene Therapie zu finden.
Hinweis: Die Eradikation von Helicobacter pylori kann zwar rasch zum Beispiel ein Magengeschwür zur Abheilung bringen, hinterlässt aber dennoch oft anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen und andere Refluxbeschwerden [4]. Hier erweisen sich in Studien besonders aluminium- magnesiumhydroxidhaltige Antazida wie zum Beispiel Maaloxan als deutlich wirksam [5].
- Rainer H. Bubenzer – Gesundheitsberatung Top-Fit-Gesund, April 2011.
- Qian B, Ma S, Shang L, Qian J, Zhang G: Effects of Helicobacter pylori Eradication on Gastroesophageal Reflux Disease. Helicobacter. 2011 Aug;16(4):255-65 (Kurzfassung).
- NN: Magenkeim Helicobacter pylori: Durch Widerspruch zum Erfolg. Sodbrennen-Welt.de, Okt. 2005 (Volltext bei Sodbrennen-Welt.de).
- Misselwitz B, Kaiser P, Bauerfeind P, Vavricka SR: Neue Möglichkeiten der Helicobacter-pylori-Behandlung mit Antibiotika. Dtsch Med Wochenschr. 2011 Jul;136(28/29):1479-1484 (Kurzfassung).
- Loffeld RJ, van der Hulst RW: Helicobacter pylori and gastro-oesophageal reflux disease: association and clinical implications. To treat or not to treat with anti-H. pylori therapy? Scand J Gastroenterol Suppl. 2002;(236):15-8 (Kurzfassung).
- Miederer SE, Nauert Ch: Behandlung säurebedingter Oberbauchschmerzen nach H.-pylori-Eradikation: Erste Ergebnisse mit einem Antazidum. Journal für Pharmakologie und Therapie / Journal of pharmacology and therapy. 12. Jahrgang, Ausgabe 4/2003, Seiten 103-110 (Volltext bei Sodbrennen-Welt.de).

