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Magen-Darm-Erkrankungen von Holocaust-Überlebenden.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal).

Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin (Holocaust-Mahnmal).

Auch mehr als 65 Jahre nach Ende der in Deutschland veranlassten Verfolgungen von, der Verbrechen an und der industrialisierten Ermordung von vielen Millionen Menschen kommen bei den Holocaustopfern immer noch sehr häufig vor seelische und körperliche Folgeschäden vor. Der Verdauungstrakt ist, wie auch bei anderen schwerst traumatisierten Personengruppen, besonders häufig von Erkrankungen betroffen, einschließlich der chronischen Refluxkrankheit.

Eine in Deutschland und Irland durchgeführte Studie versuchte die verfolgungsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit (vMdE) zu bewerten. Dazu wurden alle aktenkundlich dokumentierten Angaben (zum Beispiel Gutachten, beigefügte Krankenblattunterlagen, ärztliche Stellungnahmen, handschriftliche eidesstattliche Aufzeichnungen der Patienten) von 56 Überlebenden (36 Frauen und 20 Männer) des Holocaust ausgewertet. Bei 92,3 % der Überlebenden konnte bereits im ersten Jahr nach der Befreiung aus deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern eine psychiatrische Erkrankung festgestellt werden. Bei einer getrennten Analyse einzelner somatischer Erkrankungen – also primär körperlicher Krankheiten – konnte die Forschergruppe eine signifikante Häufung von gastrointestinalen Beschwerden nachweisen, die mit einer verfolgungsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit von 30 Prozent und mehr eingestuft wurden.

Die Analyse untersuchte auch die Frage, ob Erkrankungen wie die chronische Refluxkrankheit mit Beschwerden wie Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein oder saures Aufstoßen eher eigenständig durch individuelle Lebensbedingungen nach 1945 verschlimmert oder entstanden oder eher in engem Zusammenhang mit der Traumatisierung während des Dritten Reiches zu sehen sind. Eine Frage, die vor allem Versicherungsträger hinsichtlich der durch sie zu leistenden Rentenfortzahlung interessiert. Es zeigte sich eindeutig, dass vor allem nach 1945 erworbene körperlichen Erkrankungen bei Holocaustopfern – wie zum Beispiel eine Refluxkrankheit – in Beziehung zu einer Zunahme verfolgungsbedingter seelischer Beschwerden stehen.

Israelische Magen-Darm-Fachärzte wiederum haben das Spektrum der gastrointestinalen Beschwerden bei 623 jüdischen Patienten osteuropäischer Herkunft untersucht, um die Auswirkungen des schweren chronischen Traumatisierungsleiden bei Holocaust-Überlebenden auf die Entwicklung von chronischen funktionellen Magen-Darm-Beschwerden genauer zu erfassen. Alle Patienten waren wegen nicht magen-darm-bedingter Erkrankungen stationär zur Krankenhausbehandlung aufgenommen worden. Als funktionell wurden die Beschwerden bezeichnet, wenn sie länger als fünf Jahre aufgetreten waren und relevante organische Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden konnten. Alle Patienten füllten für die Studie detaillierte Fragebögen aus und wurden entsprechend ihrer Angaben in den zwei Gruppen eingeteilt: a. 237 Holocaust-Überlebende, die mindestens 6 Monate entweder in deutschen Konzentrations-/Vernichtungslagern (n=95), Ghetto- und/oder Untergrundbewegungen (n=65) oder nicht direkt von Deutschen kontrollierten Arbeitslagern (n=79) gewesen waren. b. 384 Personen der Kontrollgruppe mit gleichem demografischen Hintergrund, die keinen Naziverfolgungen ausgesetzt gewesen waren.

Zusammenfassend zeigte sich, dass die Häufigkeit, die Beschwerdedauer und die Häufigkeit des Symptom-Auftretens bei den meisten Beschwerden (wie zum Beispiel Sodbrennen) bei den Holocaust-Überlebenden signifikant höher waren als in der Kontrollgruppe. Die Autoren sehen in diesem Ergebnis die klinische Beobachtung bestätigt, dass schwere und langwierige Traumatisierungsleiden zur Entwicklung von chronisch-funktionellen Magen-Darm-Beschwerden beitragen.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Die schwersten Lebenserschütterungen, die größte Qual, das längste Traumatisierungsleiden mag bei vielen Menschen vorhanden sein, ohne dass es äußerlich erkennbar wird. Westliche Fernseh-Kommentatoren waren beispielsweise nach dem furchtbaren Tohoku-Erdbeben und seinen zerstörerischen Folgen besonders von der „Gefasstheit“ der meisten Japaner, von der stoischen Ruhe, mit der sie das Unglück meisterten, fasziniert. Doch die Traumatisierung und die hieraus folgenden posttraumatische Belastungserkrankung sind vorhanden und betreffen langfristig Leib und Leben der Menschen. Wie zum Beispiel auch das Leben der Überlebenden und Rettungskräfte des New Yorker Terroranschlag auf das World Trade Center 2001, bei denen Untersuchungen (Anhaltende Refluxbeschwerden nach Terroranschlag) und Folgestudien zeigen konnten, dass gerade auch der Magen-Darm-Trakt mit anhaltenden funktionellen Störungen reagiert, und dabei besonders mit einer chronisch gastrointestinalen Refluxkrankheit [3]. Auch wenn es sich um einzelne Opfer eines tragischen Ereignisses handelt, sollten Ärzte und Umfeld von Betroffenen immer daran denken, dass auch hier eine posttraumatische Belastungserkrankung mit ihren vielen Symptomausprägungen möglich ist.

Autor
Literatur
  1. Biermann T, Sperling W, Müller H, Schütz P, Kornhuber J, Reulbach U: Erwerbsminderung bei Holocaustopfern: eine langzeitkatamnestische Betrachtung somatischer und psychiatrischer Diagnosen unter Berücksichtigung des Gesamtschauaspekts. Fortschr Neurol Psychiatr. 2010 Dec;78(12):715-21 (Kurzfassung).
  2. Stermer E, Bar H, Levy N: Chronic functional gastrointestinal symptoms in Holocaust survivors. Am J Gastroenterol. 1991 Apr;86(4):417-22 (Kurzfassung).
  3. de la Hoz RE, Christie J, Teamer JA, Bienenfeld LA, Afilaka AA, Crane M, Levin SM, Herbert R: Reflux symptoms and disorders and pulmonary disease in former World Trade Center rescue and recovery workers and volunteers. J Occup Environ Med. 2008 Dec;50(12):1351-4 (Kurzfassung).

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