Sodbrennen-Welt.de - Alles über Sodbrennen!
Datenschutz | Impressum | Newsletter
Sodbrennen-Welt - Wissen übers Sodbrennen!
        +++         Rätselraten: Unerklärliche Über-Therapie mit Säureblockern.         +++         Schwangeren-Sodbrennen: Behandlung oft problematisch.         +++         Antazida gegen Sodbrennen älterer Flugreisender.

Refluxkrankheit: Ähnliche Behandlungserfolge mit Medikamenten oder OP.

Fundoplicatio

Häufigste Anti-Reflux-OP: Fundoplicatio.

Der chronische Reflux („gastro-ösophageale Refluxkrankheit“ – GERD) wird meist medikamentös behandelt (zum Beispiel mit Säureblockern wie in Omeloxan®), zunehmend aber auch operativ (Operation gegen quälendes Sodbrennen). Eine wissenschaftliche Untersuchung in Universitätskliniken von elf europäischen Ländern zeigt jetzt, dass beide Therapiealternativen gleich gut wirksam sein könnten. Allerdings bestehen bei den Nebenwirkungen Unterschiede [1].

An der „Long-Term Usage of Esomeprazole vs Surgery for Treatment of Chronic GERD“ oder LOTUS-Studie hatten sich in elf europäischen Ländern (deutsche Beteiligung: Würzburg, Wiesbaden, Köln, Hamburg, München, Heidelberg, Dresden, Bochum) 554 Patienten mit symptomatischer, chronischer Refluxkrankheit beteiligt. Die Patienten wurden per Zufallsverfahren entweder einer Antireflux-Operation per Bauchspiegel (laparoscopic anti reflux surgery – LARS) unterzogen, die Beschwerden wie Sodbrennen endgültig zu bessern verspricht, oder wurden einer Behandlung mit dem Protonenpumpeninhibitor (PPI) Esomeprazol zugeordnet. Im Vergleich zur Operation, bei der oft eine Einstellung der PPI-Therapie möglich wird, ist die alleinige PPI-Behandlung zumeist dauerhaft notwendig.

Beide Therapien führten bei den meisten Patienten zum Ziel. Ein Therapieversagen war selten. Im LARS-Arm benötigten 29 Patienten auch nach der Operation Medikamente zur Behandlung ihrer Refluxbeschwerden. Bei einem operierten Patient musste die Speiseröhre mehr als einmal aufgedehnt werden, weil die chirurgische Einengung zu eng geworden war. Bei drei weiteren Patienten kam es zu operationsbedingten Komplikationen (Magendurchlöcherung, starke Blähungen, Darmwinde und Diarrhö).

Bei der Medikamentengruppe der Studie konnte der potente Säureblocker bei 19 Patienten nicht ausreichend die Beschwerden lindern. Der Studienleiter Jean-Paul Galmiche von der französischen Universität Nantes und Mitarbeiter geben den Anteil der nach fünf Jahren rückfallfreien Patienten unter PPI-Behandlung mit 92 Prozent und nach der Operation mit 85 Prozent an. Der statistisch leichte Vorteil der PPI-Therapie verschwand unter einem sogenannten Best-Case-Szenario, bei dem Patienten, die den Kontakt abbrachen, als Therapieerfolg gewertet wurden (unter der Prämisse, dass sie mangels Beschwerden das Interesse verloren hatten).

Deutlichere Unterschiede zwischen beiden Behandlungsgruppen betrafen den Reflux selbst, der fünf Jahre nach Therapiebeginn noch bei 13% der Patienten im PPI-Arm, aber nur bei 2% im LARS-Arm vorhanden war. Auch Sodbrennen (16% vs. 8%) oder saures Aufstoßen (13% vs. 2%) waren in der PPI-Gruppe tendenziell häufiger. Bei Oberbauchbeschwerden (18% vs. 18%) und Durchfall (15% vs. 16%) gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Nach der Operation klagten die Patienten hingegen häufiger über Schluckstörungen (11% vs. 5%), über Blähungen (40% vs. 28%) oder verstärkte Darmwinde (57% vs. 40%).

Die guten Behandlungsergebnisse der PPI-Therapie erklärte Galmiche mit der Wahl eines stark wirksamen Säureblockers und der Tatsache, dass nur Patienten, die anfangs auf die Therapie ansprachen an der Studie teilnahmen (Therapie-Responder).

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Eine medikamentöse Dauertherapie ist bei vielen Erkrankungen notwendig. Kann sie durch eine komplikationsarme und möglicherweise kostenneutrale Operation ersetzt werden, erfreut dies Patienten und Kostenträger gleichermaßen. Die scheinbare Gleichwertigkeit von PPI-Dauertherapie und Operation entspricht jedoch nicht der therapeutischen Wirklichkeit. Denn: Bei bis zu 30% aller mit PPI-behandelten symptomatischen Refluxpatienten funktionieren die Säureblocker nicht oder nur eingeschränkt. Diese Patienten wurden jedoch nicht in die vorgestellte Studie eingeschlossen. Dies bedeutet: Unter dem Strich könnte der minimal-invasive Bauchspiegel-Eingriff im Vergleich mit der Medikamentenbehandlung sogar noch deutlich besser abschneiden. Umgekehrt ist jedoch anzunehmen, dass LARS, sobald es von Ärzten außerhalb von Hochleistungs-Medizinzentren praktiziert wird, zu zahlreichen intraoperativen Todesfällen führt und erheblich höhere Langzeit-Nebenwirkungsrate mit sich bringt als im Rahmen der vorgestellten Studie. Nur ein Vergleich beider Verfahren in der realen Versorgungswirklichkeit Deutschlands könnte jene Einsichten bringen, die sich Patienten für eine rationale Entscheidung wünschen. Derzeit jedoch ist die medizinische Versorgung von chronischen Refluxpatienten außerhalb von spezialisierten Praxen und Kliniken unzureichend – egal ob mit Medikamenten oder Operationen.

Autor
Literatur
  1. Galmiche JP, Hatlebakk J, Attwood S, Ell C, Fiocca R, Eklund S, Långström G, Lind T, Lundell L; LOTUS Trial Collaborators: Laparoscopic antireflux surgery vs esomeprazole treatment for chronic GERD: the LOTUS randomized clinical trial. JAMA. 2011 May 18;305(19):1969-77 (Kurzfassung).

© multiMEDvision GbR, Berlin, 1992-2018. Texte und Abbildungen unterliegen deutschem und internationalem Urheberschutzrecht: Insbesondere der Nachdruck oder die Übernahme in digitale Medien ist nur nach Genehmigung möglich.
Sofort-Kauf

Maaloxan 25 Mval Kautabletten Lemon (PZN: 09717395)

Sofortkauf bei unseren Partner-Apotheken

  • Sanicare: 9,56 € (+ 4,95 € Versandk. oder weniger)
  • Europon: 10,18 € (+ 3,95 € Versandk. oder weniger)
  • Zur Rose: 8,89 € (+ 3,95 € Versandk. oder weniger)
  • Medpex: 8,15 € (+ 3,95 € Versandk. oder weniger)
  • ApoNeo: 8,15 € (+ 3,95 € Versandk. oder weniger)
  • Volksversand-Apo: 9,07 € (+ 2,95 € Versandk. oder weniger)
  • Apo-rot: 7,91 € (+ 3,50 € Versandk. oder weniger)
  • Pharmeo: 6,99 € (+ 4,30 € Versandk. oder weniger)
  • iPill: 7,26 € (+ 3,95 € Versandk. oder weniger)
  • DocMorris: 8,02 € (+ 2,95 € Versandk. oder weniger)
  • besamex: 6,48 € (+ 3,50 € Versandk. oder weniger)

(sortiert nach Summe aus Produktpreis + Versandkosten)