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Sodbrennen: Linksschlafen besser als Rechtsschlafen.

Anatomie Verdauungstrakt

Anatomie des Verdauungstraktes.

Der Sachverhalt ist – eigentlich – einfach (siehe Abbildung): Bezogen auf die linke und rechte Körperhälfte liegt die Speiseröhre ziemlich mittig und der Magen auf der linken Seite. Liegt der Mensch auf der linken Seite, befinden sich der Magen und sein Inhalt also weiter unten als die Speiseröhre (bezogen auf den Boden). Liegt der Mensch hingegen auf der rechten Körperhälfte, befindet sich der Magen vor allem oberhalb der Speiseröhre. Die Konsequenzen scheinen klar: Bei „Linksschläfern“ fließt saurer Magensaft seltener in die Speiseröhre (Reflux), und löst damit seltener Sodbrennen aus. Bei „Rechtsschläfern“ ist es umgekehrt.

Die Wissenschaft hat sich, spät und nur selten des Problems ebenfalls angenommen. Erste Studien in den 90er Jahren zeigten zunächst, dass die Anzahl der Refluxepisoden höher ist, wenn ein Proband auf der rechten Seite liegt – jedoch nur ein wenig und nicht statistisch signifikant [1]. Nicht viel später zeigte ein Studie, dass immerhin bei Refluxpatienten die Zahl der sauren Refluxepisoden doppelt so hoch ist, wenn sie auf der rechten Seite schlafen anstatt auf der linken. Verwirrt zeigten sich die Autoren jedoch angesichts der möglichen Ursachen – am Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen scheine es aber wohl nicht liegen [2]. Schon bald wurden in einer weiteren Studie neue Rätsel offenbar: Zwar konnte bestätigt werden, dass die rechte Schlafposition eine höhere Säure-Belastung der Speiseröhre zur Folge hat als Schlafen auf der linken Seite, auf dem Rücken UND auf dem Bauch. Letzteres widerspricht der Theorie, Sodbrennen würde durch „Überdruck“ im Bauch entstehen (zum Beispiel bei Schwangeren oder Adipösen). Noch erstaunlicher war jedoch der Befund, dass die Anzahl der Refluxattacken in Rückenlage am höchsten war. Die Autoren schlagen zudem vor, passende Liegehilfen für Refluxpatienten zu entwickeln [3]. Damit schließt sich der Kreis in Richtung Kinderheilkunde. Hier ist schon lange das Problem der Schlaflage bekannt, vor allem auch bei Frühchen mit starkem Reflux. Obwohl wissenschaftlich klar ist, dass die Linkslagerung nach dem Stillen/Füttern die einzig sinnvolle, nicht-medikamentöse Hilfe ist, ist zu bedauern, dass das in der „Medical Community“ kaum bekannt und angewandt ist [4].

Dies gilt auch für die Medical Online-Community in Deutschland, die von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und der Qualitätsnachrichtenagentur dpa verbreitete Falschmeldungen falsch übernimmt. Beispiele:

Falsch (gesundheit.de): „Die Lage des Magens im Körper sorgt dafür, dass der Magensaft besonders leicht hoch steigt, wenn der Betreffende auf der rechten Seite liegt. Deshalb ... ist ... ein Liegen auf der linken Seite hilfreich.“
Richtig: Bei Rechtslage liegt der Magen – bezogen auf den Boden – höher als die Speiseröhre. Magensaft kann deshalb leichter herabfließen (der Schwerkraft folgend).

Falsch (netdoktor.de): „Da der Magenausgang rechts liegt, wird der Ausfluss von Magensäure bei einer Rechtslage begünstigt.“
Richtig: Der Magenausgang liegt tatsächlich rechts. Aber von da aus geht es zum Zwölffingerdarm! Und dies hat nun aber auch garnichts mit Sodbrennen und Reflux zu tun. Zur Speiseröhre geht es übrigens vom Mageneingang aus (siehe Abbildung).

Nicht ganz falsch, nicht ganz richtig (Pharmazeutische Zeitung): „Rechtsschläfer haben doppelt so häufig Sodbrennen wie Linksschläfer. Das hat anatomische Gründe: Der Mageneingang befindet sich auf der rechten Körperseite. Schläft man rechts, kann der Mageninhalt leichter in die Speiseröhre zurückfließen.“
Richtig: Wo sich der Mageneingang befindet, ist hinsichtlich des „Herabfließens“ von Mageninhalt aus dem Magen in die Speiseröhre bei Rechtsschläfern nicht wichtig. Übrigens liegt er normalerweise eher in der linken Körperhälfte (links und rechts wird in der Medizin entsprechend der Patienten-Sehrichtung bezeichnet).

Autor
Literatur
  1. Katz LC, Just R, Castell DO: Body position affects recumbent postprandial reflux. J Clin Gastroenterol. 1994 Jun;18(4):280-3 (Kurzfassung).
  2. Kapur KC, Trudgill NJ, Riley SA: Mechanisms of gastro-oesophageal reflux in the lateral decubitus positions. Neurogastroenterol Motil. 1998 Dec;10(6):517-22 (Kurzfassung).
  3. Khoury RM, Camacho-Lobato L, Katz PO, Mohiuddin MA, Castell DO: Influence of spontaneous sleep positions on nighttime recumbent reflux in patients with gastroesophageal reflux disease. Am J Gastroenterol. 1999 Aug;94(8):2069-73 (Kurzfassung).
  4. Omari T: Gastroesophageal reflux in infants: can a simple left side positioning strategy help this diagnostic and therapeutic conundrum? Minerva Pediatr. 2008 Apr;60(2):193-200 (Kurzfassung).

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