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Streit um die Wirkung von PPIs.

Sodbrennen

Sodbrennen durch „nicht-erosive Reflux-Erkrankung“ (englisch: non erosive reflux disease – NERD) heißt: In die Speiseröhre zurückfließender Mageninhalt (= Reflux) hält sich zu lange in der Speiseröhre auf und verursacht Schmerzen (Sodbrennen), aber schädigt noch nicht erkennbar die zarte Schleimhaut des Speiseröhren-Inneren (= nicht-erosiv). Protonenpumpeninhibitoren (PPI) hemmen die Freisetzung von Magensäure in den Magen. Dadurch verringert sich auch das ätzend-aggressive Potential von Mageninhalt gegenüber der Speiseröhren-Schleimhaut. In den letzten Jahren zeigen immer mehr Studien, dass diese hochwirksamen PPIs bei der häufigsten Sodbrennen-Form, eben dem bei nicht-erosivem Reflux, oft wirkungslos bleiben. Einige Autoren sprechen von 30%, andere von weitaus mehr. Beispielsweise eine japanische Forschergruppe, die im November 2011 bei einer randomisierten klinischen Studie mit 76 Sodbrennen-Patienten nur bei 25,7% der mit einem PPI Behandelten ein komplettes Verschwinden der Beschwerden innerhalb einer Woche zeigen konnten [1].

Die Vergleichsgruppe erhielt für den gleichen Zeitraum neben dem PPI ein säureneutralisierendes Antazidum (Natriumalginat). Bei diesen Patienten berichteten 56,7% über ein komplettes Verschwinden des Sodbrennens nach sieben Tagen. Der Unterschied, also eine mehr als doppelt so gute Wirksamkeit der Kombination aus PPI und Antazidum, war statistisch signifikant; kein Patient hatte bei der Speiseröhrenspiegelung vor Beginn der Studie erkennbare Schleimhautschäden.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Gegenstimmen zu diesem fatalen Ergebnis einer klinischen PPI-Studie konnten nicht lange ausbleiben. Eine Analyse älterer Studien, die im Februar 2012 veröffentlich wurde, soll belegen, dass die Wirkung von PPI bei Refluxkrankhet immer gleich gut ist - ob nun die Speiseröhren-Schleimhaut geschädigt ist oder nicht. Die in zahlreichen Studien gezeigte schlechtere Wirksamkeit bei häufigem NERD-Sodbrennen sei einfach darauf zurückzuführen, dass die Patienten eben keine Refluxkrankheit gehabt haben. An dieser Argumentation zeigt sich entweder eine würdelose Einstellung Sodbrennen-Patienten gegenüber („die haben sich ihre Beschwerden nur eingebildet“) oder dass „sogenannte“ Experten auch bei Zuschaltung ihres „Darmhirns“ immer noch nicht logisch denken können - es gibt keine andere gesundheitliche Störung, die bei Hunderten von Millionen Menschen weltweit Sodbrennen auslösen könnte, außer der chronischen Refluxkrankheit.

Für Sodbrennen-Betroffene folgt aus den vorgestellten klinischen Studienergebnissen: Ein wirksames Antazidum (wie zum Beispiel Maaloxan®) ist bei Sodbrennen oftmals eine gute Wahl mit raschem Wirkungseintritt. Zudem kann es – bei Bedarf verwendet – auch die Wirksamkeit von Protonenpumpeninhibitoren verbessern („Stand-by-Therapie“).

Autor
Literatur
  1. Manabe N, Haruma K, Ito M, Takahashi N, Takasugi H, Wada Y, Nakata H, Katoh T, Miyamoto M, Tanaka S: Efficacy of adding sodium alginate to omeprazole in patients with nonerosive reflux disease: a randomized clinical trial. Dis Esophagus. 2011 Nov 2 (Kurzfassung).
  2. Weijenborg PW, Cremonini F, Smout AJ, Bredenoord AJ: PPI therapy is equally effective in well-defined non-erosive reflux disease and in reflux esophagitis: a meta-analysis. Neurogastroenterol Motil. 2012 Feb 6 (Kurzfassung).

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