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Keine Refluxkrankheit nachweisbar: Trotzdem schlucken 2/5 der Patienten PPIs.

Impedanz-pH-Messung

Hightech für Refluxkranke: Kombinierte Impedanz-pH-Messung.

Protonen-Pumpen-Inhibitoren (PPI) sind hochwirksame Präparate, die die Freisetzung von Magensäure blockieren und von vielen Refluxpatienten mit Sodbrennen oder saurem Aufstoßen zur Beschwerde-Linderung eingenommen werden. Klar ist seit Jahren, daß PPIs viel zu häufig von Ärzten verordnet werden, auch wenn die Präparate medizinisch völlig sinnlos sind. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt, daß auch viele Patienten dem Wunderglauben anheimgefallen sind, daß PPIs Sodbrennen und andere Refluxbeschwerden heilen könnten, selbst wenn überhaupt keine Refluxkrankheit vorliegt.

In die Studie von Dr. Andrew J. Gawron und Kollegen an der Northwestern University, Chicago, Illinois (USA) wurden 90 Patienten aufgenommen, die sich an der Uniklinik wegen diagnostischer Abklärung ihrer Magen-Darm-Beschwerden hatten untersuchen lassen. Es bestand jeweils der Verdacht auf eine chronische Refluxkrankheit. Alle Patienten wurden mit modernen Methoden untersucht – diese reichten von einer Bravo-pH-Metrie bis hin zu einer kombinierten intraluminalen Multikanal-Impedanz-pH-Messung. Bei allen Patienten erhielt der Entlassungsbefund das Ergebnis, dass keine Refluxkrankheit nachweisbar war. Alle Patienten wurden telefonisch nach Beschwerden, Stärke der Symptome, demographische Daten, Medikamenten-Einnahme oder ihrem Gesundheitsverhalten befragt, unter anderem mittels des standardisierten Reflux-Fragebogens GerdQ (Questionnaire for the diagnosis of GERD). Die medizinischen Befunde und Untersuchungsergebnisse wurden den Krankenhausakten entnommen.

Es zeigte sich, daß 83 Patienten (42,2%) zum Zeitpunkt der Befragung weiterhin Protonen-Pumpen-Inhibitoren einnahmen, obwohl sie negative Befunde bei der pH-Untersuchung, also keinem Säurereflux gehabt hatten. Nur 17 Patienten (18.9%) berichteten davon, nach den Untersuchungen zu einem Stopp der PPI-Einnahme aufgefordert zu sein (entsprechend der Krankenakten wurden sogar nur 15 Patienten (16,7%) dazu ermuntert). Besondere Auffälligkeiten oder Eigenschaften zwischen PPI-Verwendern und Nichtverwendern gab es nicht. Ausnahme: Die Patienten, die weiterhin PPIs verwendeten, klagten etwas häufiger über Beschwerden, die sie im Alltag belasteten (mittels GerdQ erfasst). Gawron und Kollegen resümieren, daß offenbar noch ein erheblicher Aufklärungsbedarf bei Ärzten besteht, dem viele nicht gerecht zu werden scheinen.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Man ist ja Schrecken gewohnt: Dass allerdings derartig viele Patienten mit Magen-Darmbeschwerden, bei denen keine Refluxkrankheit zu diagnostizieren ist, hochwirksame PPIs einnehmen, ist mehr als unerwartet. Hier kommt eine Verzweiflung zum Ausdruck, eine Hilflosigkeit und ein Alleingelassensein, das einfach unglaublich ist. Das Problem besteht auch nicht daraus, wie Gawron findet, das die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten nicht klappt. Die geschilderten Ergebnisse drücken aufs erschreckendste aus, wie eine der größten Patientengruppe im Regen stehen gelassen wird. Nach dem Motto, „Hilft Dir mein PPI nicht, dann sieh' doch zu, wo Du Hilfe her bekommst!“ Im Bereich der Onkologie ist es heute immerhin soweit, dass eine große Patienten-Organisation – Die Deutsche Krebshilfe – Ärzten und Forschern die Richtung mit vorgibt, in die sich Prävention, Therapie oder Nachsorge für Krebspatienten bewegen soll. Wünschenswert wäre es, wenn eine vergleichbar einflussreiche Patientenorganisation auch der Gastroenterologie mal den Marsch bläst.

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