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        +++         Rätselraten: Unerklärliche Über-Therapie mit Säureblockern.         +++         Schwangeren-Sodbrennen: Behandlung oft problematisch.         +++         Antazida gegen Sodbrennen älterer Flugreisender.

Sodbrennen: Therapieversagen, optimale Diagnostik, chronischer Husten.

Mann mit Sodbrennen

Sodbrennen, nicht-kardialer Brust­schmerz, Husten – alles Reflux-Beschwerden.

Bekannt ist, dass viele Menschen mit Refluxkrankheit nicht nur unter typischen Symptomen wie Sodbrennen und saures Aufstoßen leiden, sondern auch untypische Rückfluss-Beschwerden haben. Beispielsweise nicht durch Herzkrankheiten bedingten („nicht-kardialen“) Brustschmerz, chronischen Husten, Globusgefühl oder Heiserkeit. Jetzt konnten Forscher aus Südkorea zeigen, dass Reflux-Patienten selbst dann unter chronischem Husten leiden, wenn in ihrer Speiseröhre keine erhöhte Säurebelastung messbar ist [1].

Wissenschaftlich ist klar: Voraussetzung für jede gezielte Therapie ist eine möglichst genaue Diagnostik. Die Praxis sieht jedoch oft anders aus: Bei vielen Patienten besteht die einzige „Diagnostik“ aus der Verordnung hochwirksamer Säureblocker. Wenn diese Beschwerden lindernd wirken, wird dies als „sicheres“ Merkmal aufgefasst, dass die Reflux-Beschwerden „säurebedingt“ seien. Außer einer für die Diagnostik der häufigen Refluxformen ungenügenden „Spiegelung“ der Speiseröhre werden dann meist keine weiteren Untersuchungen mehr vorgenommen. Die Internistengruppe der Chonnam National University Medical School in Gwangju/Korea hat deshalb bei 70 Patienten mit vermuteter Refluxkrankheit die beiden modernen Diagnose-Methoden eingesetzt, die hoch aussagekräftig Auskunft über die Natur der Speiseröhren-Erkrankung geben: Die 24-Stunden-Säurebelastungs- sowie die Impedanz-Messung in der Speiseröhre. Die pH-Metrie zeigt, ob die Säurebelastung des unteren Speiseröhrenabschnittes krankhaft ist (siehe Langzeit-Säuremessung/24 Stunden pH-Metrie); die Impedanz-Messung zeigt hingegen, wie weit hoch Mageninhalt in die Speiseröhre „zurückschwappt“ (siehe Neueste Hightech-Diagnostik für Sodbrennen-Patienten). Bei allen in die Studie eingeschlossenen Patienten wurde wegen der Symptomatik eine Refluxkrankheit vermutet; Säure beeinflussende Medikamente mussten spätestens eine Woche vor Beginn der Untersuchung abgesetzt werden.

In die Studie wurden 70 Reflux-Patienten (jeweils 50% Frauen, 50% Männer, im Mittel 55 Jahre alt, nicht übergewichtig) eingeschlossen. Fast alle Studienteilnehmer (ca. 90%) hatten untypische Beschwerden, in etwa der Hälfte der Fälle kombiniert mit typischen Reflux-Beschwerden (erfasst über standardisierte Fragebögen zur Symptom-Stärke, -Dauer und -Häufigkeit; siehe Beispiel Hochgenaue Erkennung der Refluxkrankheit).

Die Resultate der Studie zeigten, dass mit der pH-Metrie nur ein kleinerer Teil der Refluxpatienten sicher diagnostiziert wurde. Mithilfe der Impedanz-Messung erhöhte sich die Sensitivität der kombinierten Verfahren zusammen um rund 50% gegenüber der pH-Metrie alleine. Es war also weitaus häufiger klar zu erkennen, welche Säurebelastung und welcher Reflux in der Speiseröhre für die geklagten Beschwerden verantwortlich waren. Bei Refluxpatienten mit chronischem Husten waren die subjektiv geklagten Sodbrennen-Beschwerden deutlich ausgeprägter. Zudem war sowohl die Säurebelastung der Speiseröhre als auch die Häufigkeit von Refluxepisoden bis hoch in die Speiseröhre hinauf signifikant höher als bei Refluxpatienten ohne Husten.

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass die kombinierte pH- und Impedanz-Messung in der Speiseröhre alle Formen der Refluxkrankheit (sauer, schwach sauer und schwach alkalisch), die Refluat-Zusammensetzung, die Rückfluss-Reichweite in Richtung Kehlkopf, die Dauer der Refluxepisoden und die Selbstreinigung der Speiseröhre sehr sensitiv erfasst. Rund 60% der in die vorgestellte Studie eingeschlossenen Refluxpatienten hätten mit konventioneller pH-Metrie einen negativen Befund bekommen.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Die Untersuchung verdeutlicht verschiedene Aspekte, die für Sodbrennen-Patienten wichtig sind:
! Eine optimierte Diagnostik erlaubt bessere Aussagen zur individuell unterschiedlichen Natur der Erkrankung. Dies kann die Ausgangslage für eine optimierte Therapie-Strategie verbessern.
! Auch bei fehlenden Hinweisen auf eine krankmachende Säurebelastung in der Speiseröhre besteht überaus häufig Reflux, sogar bis weit hinauf in Richtung Kehlkopf. Dies kann im Zusammenhang mit untypischen Beschwerden wie Heiserkeit oder chronischem Husten stehen.
! Die relative symptomatische Unwirksamkeit von Säureblockern bei etwa einem Drittel der Patienten, also die fehlenden Beschwerde lindernden Effekte, erklären sich durch wenig sauren oder sogar alkalischen Reflux, der durch Säureblocker eben nicht gestoppt wird.
! Eine fehlende Wirksamkeit von Säureblockern aus der Familie der Protonenpumpeninhibitoren (PPI) ist somit kein diagnostisch sicherer Beleg, dass ein Patient mit Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder chronischem Husten tatsächlich keine Refluxkrankheit hat. Es ist aber ein recht sicherer Hinweis darauf, dass andere Therapien zum Einsatz kommen sollten. Beispielsweise die bedarfsabhängige Behandlung mit wirksamen Antazida (z. B. Maaloxan(R)), die neben Magensäure auch andere schädigende Inhaltsstoffe des zurückfließenden Mageninhalts („Refluat“) neutralisieren können.

Autor
  • Rainer H. Bubenzer – Gesundheitsberatung Top-Fit-Gesund, April 2012.
  • Lee JH, Park SY, Cho SB, Lee WS, Park CH, Koh YI, Joo YE, Kim HS, Choi SK, Rew JS: Reflux episode reaching the proximal esophagus are associated with chronic cough. Gut Liver. 2012 Apr;6(2):197-202 (Kurzfassung).
  • © kmiragaya - Fotolia.com.

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