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Verlust der Speiseröhren-Muskelaktivität altersbedingt?

Gartenarbeit

Alter = universelle und unumkehrbare Degeneration?

Sodbrennen und andere Beschwerden der gastroösophagealen Refluxkrankheit (kurz „Reflux“) nehmen im Alter zu. Forscher der Uni Köln haben jetzt eine der möglichen Ursachen genauer untersucht: Die Verringerung der Speiseröhren-Beweglichkeit mit steigendem Alter [1].

Ältere Menschen leiden häufig unter Schluckstörungen („Presbyphagie“), deren Ursachen aber vielfältig sind und oft selbst bei genauer Diagnostik unerkannt bleiben. Als eine der möglichen Ursachen wird eine altersabhängige Verschlechterung der Ösophagusmotilität diskutiert, also der Beweglichkeit des muskulären Anteils der Speiseröhre. Größere Studien, bei denen die muskuläre Aktivität der Speiseröhre („Ösophagus-Manometrie“) untersucht wurde, gab es bislang nicht.

In die Kölner Studie wurden 326 Patienten mit Verdacht auf gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD, „Reflux“) eingeschlossen. Alle Personen wurden mittels Speiseröhren-Spiegelung (Ösophagogastroskopie), Säurebestimmung in der Speiseröhre (pH-Metrie) und Speiseröhren-Druckmessung (Ösophagusmanometrie) untersucht. Die Patienten wurden je nach Alter in 5 Gruppen unterteilt: 17-39 Jahre (Gruppe 1, n=75), 40-49 Jahre (Gruppe 2, n=79), 50-59 Jahre (Gruppe 3, n=64), 60-69 Jahre (Gruppe 4, n=74) und älter als 70 Jahre (Gruppe 5, n=34). Die Diagnose „ gastroösophageale Refluxkrankheit“ wurde gestellt, wenn eine Speiseröhrenentzündung mit endoskopisch erkennbaren Schleimhautschäden (erosive Ösophagitis) und/oder eine unnormale Säurebelastung in der Speiseröhre (positive pH-Metrie) vorlag. Mittels Manometrie wurde der Prozentsatz peristaltischer Kontraktionswellen sowie die ösophagealen Kontraktionsamplituden 3 und 8cm oberhalb des unteren Speiseröhren-Schließmuskels (Ösophagussphinkter) analysiert und statistisch mit dem Alter und der Diagnose GERD in Beziehung gesetzt.

Ergebnisse: Eine normale Muskelaktivität der Speiseröhre wurde mit dem Alter statistisch signifikant seltener: Eine normale Ösophagusmanometrie fand sich in 86,7%, 73,4%, 67,2%, 58,1%, und 55,9% (p<0.01) der Patienten in den Gruppen 1-5. Der Prozentsatz peristaltischer Kontraktionswellen war bei allen Patienten – unabhängig von der Diagnose GERD – mit zunehmendem Alter signifikant reduziert (p<0.01). Zudem verschlechterte eine vorliegende Refluxkrankheit statistisch signifikant die muskuläre Aktivitäten der Speiseröhre noch weiter: Die Amplituden der ösophagealen Kontraktionen waren bei Patienten mit nachgewiesener GERD altersabhängig reduziert, bei Patienten ohne Refluxkrankheit jedoch nicht (p<0.01). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Prozentsatz peristaltischer Kontraktionswellen im Alter signifikant abnimmt. Und dass das Vorliegen einer Refluxkrankheit zusätzlich zu einer altersabhängigen ösophagealen Dyskontraktilität der distalen Speiseröhre führt.

Kommentar Sodbrennen-Welt.de
Altern führt zur Abnahme der physiologischen Aktivität der Speiseröhre, scheint die altersabhängige Zunahme von Schluckbeschwerden, refluxbedingten Schleimhautschäden in der Speiseröhre oder anderen Beschwerden nahezulegen!? Doch eine einleitende Bemerkung der Kölner Forscher lässt aufhorchen: „Alter kann als universelle und unumkehrbare Degeneration des menschlichen Körpers aufgefasst werden, die in einen allgemein Abbau physiologischer Funktionen mündet“. Dass hier mehr als 30 Jahre Altersforschung völlig ignoriert werden, mag ja noch hingehen. Diese zeigen nämlich, dass die Wechselbeziehung zwischen Funktionsverlust und Altern zu einem völlig anderen Verständnis des Alters führt: Der Funktionsverlust, oder genauer „die geringere Nutzung eines Organs“, die viel beklagte „Sarkopenie“ der Muskulatur, ist die eigentliche Ursache des Alterns („use it or loose it“) und der sogenannten „altersbedingten“ Erkrankungen, nicht aber deren Folge! Doch was wirklich als inakzeptabel erscheint, ist die fehlende, sachgerechte Interpretation der gewonnenen manometrischen Einsichten durch die Kölner Gruppe. Zwar haben sie nach eigenem Bekunden immerhin solche Patienten nicht in die Studie eingeschlossen, die ganz offensichtlich Medikamente einnahmen, die zu Funktionsstörungen der Speiseröhre führen können (und das sind viele, vor allem auch bei älteren Menschen häufig und reichlich verordnete Präparate). Aber mit anderen Faktoren werden die Ergebnisse überhaupt nicht korreliert: Zum Beispiel der generell stark verringerten Bewegung vieler älterer Menschen in diesem Land (kein Wunder bei mehr als sechs Stunden Fernsehkonsum bei den über 65jährigen [2]) oder den vielfach belegten erheblichen Trink- und anderen Ernährungsdefiziten bei Älteren.

Autor(en) Quelle(n)
  1. Gutschow CA, Leers JM, Schröder W, Prenzel KL, Fuchs H, Bollschweiler E, Bludau M, Hölscher AH: Effect of aging on esophageal motility in patients with and without GERD. Ger Med Sci. 2011;9:Doc22 (Kurzfassung).
  2. Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung / Gesellschaft für Konsumforschung Fernsehforschung; TV Scope, 2011.

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