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Reizmagen, Magenverstimmung und Dyspepsie

Einleitung

Magenbeschwerden gehören mit zu den häufigsten Klagen in Arztpraxis und Apotheke. Die Eigendiagnose lautet oftmals "Magenverstimmung" oder "Verdauungsstörung" und umfasst eine breite Palette von Symptomen. Zu unterscheiden, ob ein Patient mit seiner Selbstdiagnose Recht hat - also tatsächlich nur eine eher harmlose "Verstimmung" vorliegt - oder an einer ernsthaften, unbedingt behandlungsbedürftigen Erkrankung leidet, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Zahlreiche Begleitumstände erleichtern neben der Ausprägung der Hauptbeschwerden diese Entscheidung.

Die Hauptbeschwerden bei Magenverstimmung oder "verdorbenem Magen" bestehen aus Völlegefühl im Oberbauch, oftmals Sodbrennen, saurem Aufstoßen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen. Zahlreiche äußere Einflüsse verändern Qualität und Ausprägung der Beschwerden, z. B. fettreiche Mahlzeiten, Alkohol oder seelische Einflüsse. Viele Patienten verwenden die Bezeichnung Magenverstimmung und Sodbrennen im gleichen Sinn. Die Medizin bezeichnet diese Störungen teilweise synonym als Dyspepsie, Reizmagen und Gastritis, teilweise aber auch mit unterschiedlicher Bedeutung. So kann der Begriff Reizmagen anzeigen, dass keinerlei Gewebsveränderungen oder Entzündungszeichen bei einer Magenspiegelung (Gastroskopie) nachweisbar sind. Zudem findet sich beim Reizmagen auch eine starke seelische Komponente, er tritt also z. B. unter Stress auf oder verschlimmert sich bei Belastungen ("mir ist etwas auf den Magen geschlagen"). Bei der Gastritis (Magenschleimhautentzündung) finden sich hingegen echte Entzündungszeichen der Magenschleimhaut. Zudem sollen bestimmte Gastritisformen durch Bakterien ausgelöst werden, vor allem durch Helicobacter pylori. Aber: Kaum jemals wird ein Patient mit akuter Magenverstimmung einer aufwändigen Untersuchung wie der Magenspiegelung unterzogen. Diese ist erst angebracht, wenn sich z. B. die Beschwerden verschlimmern oder chronisch anhaltend auftreten bzw. ein Verdacht auf schwerere Erkrankungen wie Magengeschwür (Ulkus) oder Tumor vorliegt.

Vorsicht bei erstmaligen Magenbeschwerden über dem 50. Lebensjahr

Magenverstimmungen sind bei Kindern sehr selten. Treten bei ihnen die geschilderten Symptome auf, sollten sie immer ärztlich untersucht und behandelt werden. Achtung: "Bauchschmerzen" sind bei Kindern sehr häufig. Sie können durch Infektionen hervorgerufen werden, sind aber auch oft Ausdruck einer allgemeinen Befindlichkeitsstörung. Da die unmittelbare Ursache von kindlichen Bauchschmerzen selten direkt erkennbar ist, sollten im Rahmen der Selbstmedikation keine Empfehlungen zu irgendwelchen Behandlungsmaßnahmen ausgesprochen und die Eltern mit ihrem Kind an einen Arzt verwiesen werden. Auch bei erstmaligen Magenverstimmungen bei älteren Patienten (über dem 50. Lebensjahr) ist unbedingt Vorsicht walten zu lassen. Magenkrebs, der bei jungen Patienten selten ist, tritt gehäuft bei über 50ig-jährigen auf und kann sich mit den Beschwerden einer akuten Magenverstimmung äußern. Bei diesen Patienten kommt es ganz besonders auf eine sorgfältige Befragung bzgl. des bisherigen Krankheitsverlaufes an; ein Arztbesuch ist dringend anzuraten.

Dauer, Verlauf und Qualität der Beschwerden sind entscheidend für die Differentialdiagnose

Patienten mit anhaltenden (chronischen) oder immer wiederkehrenden (rezidivierenden) Magenbeschwerden sollten einen Arzt aufsuchen, sofern die Begleitumstände der Beschwerden dies ratsam erscheinen lassen. Dies gilt besonders dann, wenn Patienten bereits längere Zeit Magenbeschwerden hatten, die sich unter der Behandlung nicht verbessert oder sogar verschlechtert haben. Oftmals können Patienten sehr genau ihre Magenschmerzen beschreiben. Hierdurch wird die Entscheidung bzgl. einer eventuell notwendigen Arztüberweisung wesentlich erleichtert. Grundsätzlich ist zu beachten: Es gilt einige wichtige Erkrankungen zu erkennen, die ähnlich wie eine Magenverstimmung erscheinen (Differentialdiagnose) und in diesen Fällen eine ärztliche Behandlung zu empfehlen. Die wichtigsten Krankheiten dieser Gruppe seien nachfolgend beschrieben.

Ulkus Geschwüre können im Magen (Ulkus ventrikuli) oder im daran anschließenden kurzen Zwölffingerdarm (Ulkus duodeni) auftreten. Letztere treten häufiger auf und unterscheiden sich in ihrem Beschwerdebild vom Magengeschwür. Schmerzen im Oberbauch, die oft rechts und/oder links von der Leibesmitte lokalisiert sein können, sind typisch für ein Ulkus duodeni. Viele Patienten sind sogar in der Lage den Ausgangspunkt ihrer Schmerzen genau anzugeben. Die Schmerzen sind eher von dumpfer Qualität und treten besonders dann auf, wenn der Magen leer ist - vor allem des Nachts. Eine Schmerzlinderung tritt nach Mahlzeiten (Ausnahme sind fettreiche Mahlzeiten, die die Beschwerden verstärken können) und nach Einnahme von Antazida auf. Die Schmerzen bei Magengeschwür finden sich im selben Gebiet, können aber von den Patienten nicht so gut lokalisiert werden. Nahrungsmittel verstärken hierbei die Schmerzen; oft finden sich auch Übelkeit und Erbrechen. Der Appetit ist verringert und die Beschwerden sind oftmals anhaltend und schwer. Beide Ulkuserkrankungen können durch Rauchen und nicht-steroidale antientzündliche Medikamente verschlimmert oder sogar ausgelöst werden.

Übersicht 1:
Magenbeschwerden - Welche Faktoren sind zu beachten?

Gallensteine In der Gallenblase, die die Verdauungssäfte der Leber eindickt und periodisch in den Zwölffingerdarm abgibt, können sich Steine bilden (Gallensteine). Verstopfen diese den Gallenausgang, können bei den normalen Kontraktionen der Gallenblase heftigste Schmerzen (Gallenkolik) im Oberbauch unterhalb des rechten Rippenbogens auftreten. Gelegentlich wird dieser Schmerz mit dem eines Ulkus duodeni verwechselt. Fettreiche Mahlzeiten gehen einer Gallenkoliken oftmals voraus.

Gastroösophagealer Reflux Wie in der vorausgegangenen Folge besprochen, kann es unter bestimmten Bedingungen zu einem Zurückströmen von Mageninhalt (Reflux) in die Speiseröhre kommen. Da die Speiseröhrenschleimhaut, anders als die Schleimhaut des Magens, äußerst empfindlich auf Magensäure reagiert, entstehen Schmerzen (Sodbrennen) und sogar Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis). Refluxursache können Schwächungen des Verschlussmechanismus der Speiseröhre (Ösophagus-Sphinkter) sein, z. B. durch einen Durchtritt des oberen Magenanteils durch das Zwerchfell (Hiatushernie) oder durch zahlreiche Medikamente. Auch ein übermäßiger Druck auf den Magen, z. B. bei stark Übergewichtigen, kann zu einem Reflux führen. Sodbrennen ist vielfach durch Selbstmedikation zu kontrollieren, dennoch kann in einigen Fällen auch eine Verweisung an einen Arzt empfehlenswert werden.

Reizdarm Sehr viele Menschen leiden an einem Reizdarm (Kolon irritabile), einer psychosomatischen Störung, die abwechselnd mit Verstopfung und Durchfall einhergeht. Der Durchfall ist typischerweise am Morgen besonders ausgeprägt; auch Schmerzen kommen häufig vor. Obwohl diese Schmerzen meistens auf den Unterbauch beschränkt sind, können sie auch im Oberbauch lokalisiert sein und sind dann leicht mit Magenverstimmungen zu verwechseln. Säurebindende Antazida bleiben bei Reizdarm wirkungslos. Wichtig: Alle Patienten mit chronischem Reizdarm sollten unbedingt einen Arzt sehen. Das Gleiche gilt natürlich für alle Änderungen der normalen Dickdarmfunktionen, insbesondere die so häufige chronische Verstopfung.

Untypische Angina Pectoris Herzenge - eine Durchblutungsstörung des Herzens - geht in der Regel mit starken Schmerzen einher, die sich wie ein Gürtel um die Mitte des Brustkorbs legen. Anginaschmerz kann sich aber auch untypischerweise im Oberbauch bemerkbar machen. Oftmals gehen Angina pectoris-Anfällen körperliche Bewegung oder physisch anstrengende Tätigkeiten voraus. Ein Arztbesuch ist unbedingt ratsam.

Schwere Erkrankungen Anhaltende Oberbauchschmerzen, besonders wenn sie mit mangelndem Appetit und zunehmendem Gewichtsverlust einhergehen, können ein zu Grunde liegendes Krebsgeschehen in Magen oder Bauchspeicheldrüse (Pankreas) andeuten. Und: Geschwüre von Magen und Darm fangen gelegentlich an zu bluten. Dies zeigt sich evtl. mit Bluterbrechen (Haematemesis) oder Blut im Stuhl (Melaena). Im letzteren Fall wird der Stuhl durch die Blutbeimengungen teerartig und schwarz. In all diesen Fällen sollte den Patienten ans Herz gelegt werden, umgehend einen Arzt aufzusuchen

Ernährung Fettreiche Speisen und Alkohol können Magenverstimmungen hervorrufen, Ulzera verschlechtern und einer Gallenkolik vorausgehen. Schlecht gewordene Nahrungsmittel rufen eher einen "verdorbenen Magen" hervor, der sich zwar auch mit Magenbeschwerden, vor allem aber mit Übelkeit, Erbrechen und schließlich eintretendem Durchfall präsentiert.

Rauchgewohnheiten Rauchen prädisponiert zu Magenbeschwerden und Ulzera; ja, es kann diese sogar verursachen. Hierfür gibt es zahlreiche wissenschaftliche Belege: Z. B. heilen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre bei Rauchern langsamer als bei Nichtrauchern. Auch die Rückfallrate behandelter - rauchender - Ulkuspatienten ist höher als bei behandelten - nicht-rauchenden - Ulkuspatienten. Ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, sollten diesen Patienten immer auch Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung angeboten werden.

Arzneimitteleinnahme Jeder Patient, der wegen seiner Beschwerden bereits ein oder mehrere Säure neutralisierende Antazida eingenommen hat, ohne dabei irgendeine anfängliche Besserung der Beschwerden zu spüren oder sogar über eine Verschlechterung initial gebesserter Beschwerden berichtet, sollte umgehend zum Arzt gehen. Zahlreiche Medikamente können gastrointestinale Nebenwirkungen (vor allem Ulkus) hervorrufen - am häufigsten nicht-steroidale Antirrheumatika (z. B. Ibuprofen, Indomethazin u. a.) und Schmerzmittel (z. B. ASS). Da viele ältere Patienten oft zahlreiche Medikamente wegen verschiedenster Beschwerden und Erkrankungen parallel erhalten, ist bei zusätzlichen Magenbeschwerden der Besuch des Hausarztes zu empfehlen. Zumal Antazida und andere Magenmittel in unübersichtlicher Weise mit den sonstigen Arzneimitteln interagieren können und sich so ihre notwendige Wirkung verändern kann. Dies gilt vor allem für einige Antibiotika, Eisenpräparate und grundsätzlich für magensaftresistente Arzneimittelzubereitungen. Wenn nicht anders möglich, sollte zwischen Einnahme von Antazida und anderen Medikamenten wenigstens eine Stunde vergangen sein, da so unerwünschte Arzneimittelinteraktionen zu verringern sind.

Übersicht 2:
Magenbeschwerden - wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Was ist bei der Selbstbehandlung zu beachten?

Wenn sich Schmerzen und andere Beschwerden bei Dyspepsie/Reizmagen durch die getroffenen Maßnahmen nicht innerhalb von 5 Tagen verbessern, sollte der betreffende Patient einen Arzt aufsuchen.

Sind schwere oder ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen, ist die Behandlung der Dyspepsie mit einem wirksamen und sicheren Antazidum wie z. B. Maaloxan empfehlenswert. In den meisten Fällen kann hierdurch die Linderung der Beschwerden oder auch ihr völliges Verschwinden erreicht werden. Allerdings ist immer auch der Ratschlag mitzugeben, das Rauchen einzuschränken, auf Alkohol zu verzichten und fettreiche Mahlzeiten zu vermeiden.

Die Einnahme des gewählten Antazidums sollte etwa eine Stunde nach einer Mahlzeit erfolgen. Da sich jetzt die Magenentleerung wieder verlangsamt, verbleibt das Antazidum länger im Magen und kann seine heilenden Wirkungen besser entfalten. Werden Antazida etwa eine Stunde nach dem Essen eingenommen, wirken sie im Mittel drei Stunden lang. Werden sie dagegen mit den Mahlzeiten eingenommen, schrumpft die Wirkdauer auf nur eine halbe Stunde.

Die Auswahl eines Antazidums obliegt letztlich dem Kunden. Es sollte jedoch bedacht werden, daß z. B. natriumbikarbonathaltige Antazida nur eine kurze Wirkdauer haben. Sie werden absorbiert (vom Körper aufgenommen), können den Säure-Basenhaushalt stören und Nierenschäden hervorrufen. Besonders zur Langzeitbehandlung sind sie nicht zu empfehlen. Für kalziumkarbonathaltige Antazida gilt im wesentlichen Ähnliches: Ihre Wirkung tritt zwar sehr rasch ein. Erhöhte Dosen dieser Antazida können Nebenwirkungen haben, z. B. das Milchalkalisyndrom (Anstieg des Serumkalziums, Veränderungen des Säure-Basenhaushaltes, Niereninsuffizienz). Auch mit diesen Antazida sollte keine Langzeitbehandlung durchgeführt werden. Empfehlenswert - sowohl für die kurz- wie die langzeitige Anwendung - sind aluminium- und magnesiumhaltige Antazida, die auch im ärztlichen Bereich überwiegend verordnet werden. Da die Säure hemmenden Metallsalze dieser Antazida nur in geringsten Mengen absorbiert werden, resp. schnellstens wieder über die Niere ausgeschieden werden, treten keine systemischen Nebenwirkungen auf. Einzige Ausnahmen sind die Aufnahme exzessiver Antazidamengen sowie schwer nierenkranke Patienten. Bei letzteren sollte aber grundsätzlich keine Form der Selbstmedikation unterstützt werden.


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